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Fußball-EM kommt Gastgeber-Städte teurer als geplant

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 findet in zehn deutschen Städten statt. Eine neue Recherche zeigt: Diese geben für das Turnier deutlich mehr Geld aus als ursprünglich kalkuliert. Grund seien Knebelverträge und gestiegene Kosten.
von Carl-Friedrich Höck · 7. Juni 2024
EM-Vorbereitungen in Gelsenkirchen: Die Gastgeberstädte müssen Fanmeilen organisieren.

Die zehn Spielorte der Fußball-EM zahlen für das Turnier mindestens 66 Millionen Euro mehr als ursprünglich kalkuliert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Recherche des gemeinnützigen Medienhauses Correctiv und der Plattform FragdenStaat.

Die Ergebnisse basieren auf Auskunftsanfragen an die Städte. Zudem wurden für die Recherche Verträge mit den Fußballverbänden Uefa und DFB eingesehen. Demnach sind die Gastgeberstädte („Host Cities“) im Rahmen des Bewerbungsverfahrens 2017 umfangreiche Verpflichtungen gegenüber Uefa und DFB eingegangen.

Städte müssen für das Turnier werben

Ausgaben entstehen den Städten unter anderem für Fanmeilen. Sie haben sich verpflichtet, eine interne Organisationsstruktur zu schaffen, um die Fußballverbände bei der Vorbereitung und Organisation zu unterstützen. Zudem müssen sie „umfangreich an prominenten Plätzen“ für die EM werben und jeweils hunderte freiwillige Helfer*innen (Volunteers) beschäftigten. Teilweise entstehen auch Kosten für städtische EM-Botschafter*innen, sofern diese die Funktion nicht ehrenamtlich ausfüllen.

Die Mehrzahl der Städte gab nun auf Anfrage an, deutlich mehr Geld auszugeben, als 2017 absehbar war. In Berlin zum Beispiel seien Ausgaben in Höhe von 40 Millionen Euro entstanden, mit denen während des Bewerbungsverfahrens nicht zu rechnen war. Die Stadt begründet das mit Auswirkungen der Corona-Pandemie, Inflation und gestiegenen Energiepreisen. In Berlin und Frankfurt hätten sich die Kosten für die EM seit der Prognose von 2017 fast verdoppelt, schreibt Correctiv.

In Köln beträgt die Kostensteigerung sechs Millionen Euro. Hier verweist die Stadt unter anderem darauf, dass sich höhere Anforderungen an die Sicherheit ergeben hätten. Die Städte Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart nannten keine Zahlen, wie sich die Kosten seit dem Bewerbungsverfahren entwickelt haben. Aus Stuttgart hieß es, es habe damals gar keine Kalkulation gegeben.

 

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Autor*in
Porträtfoto Mann mit Brille und dunkelblonden Haaren
Carl-Friedrich Höck

ist Leitender Redakteur der DEMO. Er hat „Public History” studiert.

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