Stadtrats- und Kreistagswahlen

Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt: AfD vor CDU und SPD

Carl-Friedrich Höck11. Juni 2024
Wahlkabinen in Halle an der Saale
Bei den Stadtrats- und Kreistagswahlen in Sachsen-Anhalt kommt die SPD auf knapp zwölf Prozent der Stimmen. Mehr als jede*r Vierte stimmte für die rechtsextreme AfD.

In Sachsen-Anhalt wurden am 9. Juni – parallel zur Europawahl – die Stadträte der kreisfreien Städte sowie die Kreistage neu gewählt. Mittlerweile liegt das vorläufige Ergebnis vor.

Demnach hat die AfD landesweit die meisten Stimmen erhalten. Sie kommt auf 28,1 Prozent. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.

SPD auf Platz drei

Das zweitbeste Ergebnis konnte die CDU erzielen. 26,8 Prozent der Wähler*innen stimmten für die Christdemokratische Partei. Für die SPD entschieden sich 11,9 Prozent. Dahinter folgen Die Linke mit 8,3 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen mit 4,5 Prozent und die FDP mit 3,4 Prozent. Die Freien Wähler erhielten 2,3 Prozent der Stimmen. Die Wählergruppen vereinen 11,7 Prozent auf sich.

Verglichen mit den Kommunalwahlen 2019 hat die AfD den mit Abstand größten Stimmenzuwachs erhalten: Sie konnte ihr Ergebnis um 11,6 Prozentpunkte steigern. Die CDU gewann 2,1 Prozentpunkte hinzu. Die Freien Wähler konnten sich leicht um 0,7 Prozentpunkte verbessern.

Verluste mussten die Ampel-Parteien hinnehmen. Die SPD hat gegenüber den letzten Wahlen 1,8 Prozentpunkte verloren. Die FDP verschlechterte sich um 2,5 Prozentpunkte, die Grünen büßten 3,9 Prozentpunkte ein.

SPD-Vorsitzende Kleemann: „nicht die richtige Tonlage gefunden”

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,8 Prozent. Das neu gegründete Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) ist zu den Kommunalwahlen noch nicht als Partei angetreten. Bei den zeitgleich stattfindenden Europawahlen holte das BSW in Sachsen-Anhalt 15 Prozent der Stimmen.

Die Co-Vorsitzende der SPD Sachsen Anhalt Juliane Kleemann äußerte sich nach der Wahl in einem Instagram-Video. Darin sprach sie von Gegenwind für die SPD. „Wir sprechen die wichtigen und richtigen Themen an. Wir haben es aber in der politischen Debatte mit Konkurrenten zu tun, die auf der emotionalen Empörungsebene reagieren. Und wir haben mit unserer Sachpolitik noch nicht die richtige Tonlage gefunden und nicht die richtige Sprache, dagegen wirklich zu bestehen.“ Das werde die Aufgabe für die nächsten Wochen, Monate und Jahre sein.

Weiterführender Link:
wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de

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