Kreistage

Mecklenburg-Vorpommern: AfD und CDU bei Kommunalwahlen vorne

Carl-Friedrich Höck10. Juni 2024
SPD-Wahlplakat auf Rügen
Leichte Verluste für die SPD, starke Gewinne für die AfD: Die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern stärken die rechten Kräfte in den Kreistagen.

Bei den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich CDU und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Laut vorläufigem Ergebnis konnte die AfD die meisten Stimmen erzielen. Bei der Wahl der Kreistage sowie der Stadtvertretung Schwerin und der Bürgerschaft Rostock kommt die AfD auf 25,6 Prozent. Die CDU folgt mit 24,0 Prozent knapp dahinter.

SPD unter 13 Prozent

12,7 Prozent der Wähler*innen gaben der SPD ihre Stimme. Die Linke erhielt 8,8 Prozent. Die Grünen stehen bei 5,5 Prozent, die FDP bei 2,8 Prozent. Das neu gegründete Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) erreichte 6,1 Prozent. Auf die Freien Wähler entfallen 1,8 Prozent der Stimmen.

Im Vergleich zu den Wahlen 2019 bedeutet das für die SPD leichte Verluste von 2,7 Prozentpunkten. Die CDU hat 1,4 Prozentpunkte verloren, die FDP 1,5. Die Linke büßte 7,5 Prozentpunkte ein, die Grünen verloren 4,8 Prozentpunkte. Die AfD konnte deutlich um 11,6 Prozentpunkte zulegen.  

In den einzelnen Landkreisen liegen jeweils entweder CDU oder AfD vorne. Die AfD holte in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald jeweils knapp 30 Prozent der Stimmen. Auch in den Kreisen Nordwestmecklenburg sowie in den Städten Schwerin und Rostock landete die AfD auf Platz 1 – in Rostock allerdings nur mit 17,5 Prozent. In den Kreistagen von Ludwigslust-Parchim, Rostock und Vorpommern-Rügen stellt die CDU nach der Wahl die stärkste Fraktion.

Kreistage rücken nach rechts

Bitter aus Sicht der SPD: Ihre Landräte und Bürgermeister dürften es künftig noch schwerer haben, Mehrheiten für ihre Politik zu finden. Ein Beispiel: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim stellt die Partei mit Stefan Sternberg seit 2018 den Landrat. Der Posten wird im kommenden Jahr neu gewählt. Im Kreistag ist die SPD aber nur noch drittstärkste Kraft. Während die CDU ihr Ergebnis nahezu stabil halten konnte, gewann die AfD 11,4 Prozentpunkte dazu. Die SPD verlor 6,4 Prozent, Die Linke sogar 8,5 Prozent. Dafür erhielt das BSW aus dem Stand 9,1 Prozent. Ähnlich sind die Wähler*innen-Wanderungen im Kreis Vorpommern-Rügen. Dort stellt die SPD zwar mit Stefan Kerth den Landrat, die SPD erhielt nun bei den Kreistagswahlen aber nur 7,6 Prozent der Stimmen.

Landesweit lag die Wahlbeteiligung bei 64,4 Prozent. Die Kommunalwahlen fanden parallel zur Europawahl statt.

Die SPD-Landesvorsitzende gratulierte am Wahlabend der Sozialdemokratin Sabrina Repp zur Wahl ins Europaparlament. „Alle anderen Ergebnisse sind enttäuschend. Wenn die AfD stärkste Kraft in Ostdeutschland wird, haben alle Demokraten verloren“, schrieb Schwesig auf dem Netzwerk X.

 

Weiterführender Link:
wahlen.mvnet.de/wahl/kommune

weiterführender Artikel