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Bertelsmann-Prognose: Bis 2040 wächst die Bevölkerung leicht

Wie sich die Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren entwickelt und wie sich die Menschen deutschlandweit verteilen, hat eine neue Studie von der Bertelsmann-Stiftung untersucht. Der Anteil der älteren Menschen in Deutschland wird größer.
von Karin Billanitsch · 10. April 2024
Wie wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2040 entwickeln? Das hat eine neue Studie von Bertelsmann untersucht. Dresden (Bild) gehört zu jenen Städten, die mit Wachstum rechnen dürfen.

In den kommenden Jahren werden die Kommunen durch die demografische Entwicklung viele Herausforderungen zu bewältigen haben. Auf der einen Seite wird die Gesellschaft immer älter; außerdem schrumpft in einigen Bundesländern die Bevölkerung, während bestimmte Regionen oder Städte wachsen werden. Das sind die Kernbotschaften der neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung: „Wer? Wo? Wie viele? Bevölkerungsentwicklung in deutschen Kommunen bis 2040“.

Rückgang im Osten und im Saarland

Für Deutschland im Durchschnitt wird die Bevölkerungszahl von 2020 bis 2040 um 0,6 Prozent ansteigen, prognostizieren die Autoren der Studie. „Diese Entwicklung verteilt sich allerdings sehr unterschiedlich auf die einzelnen Bundesländer.“ So sind laut der Bevölkerungsvorausberechnung Rückgänge für die östlichen Bundesländer und für das Saarland zu erwarten. Die anderen Bundesländer können laut den Ergebnissen mit Zuwächsen bei der Bevölkerungszahl bis 2040 rechnen, heißt es. Aber auch im Osten ist das Bild gemischt: Die Regionen rund um Berlin sowie Dresden und Leipzig dürfen mit Zuwachs rechnen.

Die Spanne dabei ist sehr groß: Demnach liegt die Bevölkerungsentwicklung in den 13 Flächenländern zwischen 4,6 Prozent in Baden-Württemberg und minus 12,3 Prozent in Sachsen-Anhalt. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg werden um 5,8 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent wachsen, Bremen immerhin noch um 1,1 Prozent.

Infrastruktur anpassen

Auch die kreisfreien Städte haben die Wissenschaftler betrachtet: Leipzig, Potsdam und Bamberg können demnach Bevölkerungszuwächse von mehr als 10 Prozent erwarten. Bei den Landkreisen gilt dies für Biberach, Mühldorf am Inn und Kelheim. Diese Kommunen müssten mit diesen Entwicklungen Schritt halten, und die Infrastruktur entsprechend anpassen, so die Experten.

Am anderen Ende der Skala finden sich „nur Kreise und kreisfreie Städte aus den östlichen Bundesländern mit einem zu erwartenden Bevölkerungsrückgang von –12 Prozent und mehr“. Die Studie untersucht dabei jedes Bundesland sehr kleinräumig, sodass sich kommunale Verantwortliche durch Prognosen wie diese besser vorbereiten und eventuell gegensteuern können.

Am anderen Ende der Skala stehen nur Kreise und kreisfreie Städte aus den östlichen Bundesländern mit einem zu erwartenden Bevölkerungsrückgang von –12 Prozent und mehr. Kleinräumige Daten sind für kommunale Planungen wichtig, und besonders interessant ist dabei der Blick in die Zukunft, um vorausschauend die Infrastruktur oder Dienstleistungen für die Menschen in den Städten und Gemeinden entwickeln zu können.

Immer mehr ältere Menschen

Insgesamt wird der Anteil von älteren Menschen bis 2040 steigen: „Der Anteil der Personen im Alter ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung beträgt im Jahr 2020 knapp 22 Prozent, 20 Jahre später werden es fast 28 Prozent sein“, ist nachzulesen. Die geburtenstarken Jahrgänge rücken ins Rentenalter vor: Die Berechnungen zeigen, dass steigt der Anteil der 65- bis 79-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 14,8 Prozent im Jahr 2020 auf 18,4 Prozent im Jahr 2040 steigt. Danach wachsen etwas schwächere Jahrgänge ins Rentenalter nach. Die Zahl der Über-80-Jährigen wird stark wachsen, von rund 5,8 Millionen in 2027 bis 7,7 Millionen in 20240.

„Bei allen regionalen Unterschieden zeigt sich die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft in fast allen Kommunen. Es braucht jetzt gezielte Strategien, um eine geeignete Infrastruktur für die älteren Generationen aufzubauen und die dabei entstehenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen", sagt dazu Vorstandsvorsitzender Ralph Heck.

Besonders jene Kommunen, die auf der einen Seite schrumpfen, und deren Bürger*innen auf der anderen Seite immer älter werden, könnten dadurch unter Druck geraten, etwa auf der Suche nach Fachkräften. Details zu der Bertelsmann-Studie und den einzelnen Bundesländern finden sich hier.

Autor*in
Karin Billanitsch

ist Redakteurin beim vorwärts-Verlag und schreibt für die DEMO – Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik.

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