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KfW-Studie: Büroflächen-Bedarf der Kommunen steigt

5. August 2024 12:10:41

In der Verwaltung geht der Trend zum Homeoffice. Trotzdem brauchen Kommunen nicht weniger Büros, sondern mehr, wie eine Umfrage zeigt. Viele Verwaltungsgebäude sind demnach in desolatem Zustand.

Hände auf Computertastatur

Kommunen brauchen mehr Personal – das lässt den Bedarf an Arbeitsplätzen steigen.

Die Forschungsabteilung der Förderbank KfW hat Kommunen befragt, wie groß ihr Bedarf an Büroflächen ist. Die Ergebnisse fallen zum Teil überraschend aus. Denn laut KfW zeigten zwar Studien, dass im öffentlichen Dienst ähnlich häufig im Homeoffice gearbeitet werden wie in der Wirtschaft. Doch gleichzeitig benötige fast jede vierte Kommune (23 Prozent) mehr Büroflächen als noch vor wenigen Jahren. Nur acht Prozent gaben an, dass sich ihr Bedarf verringert habe.

Diese Entwicklung wird sich wahrscheinlich fortsetzen. Jede fünfte Kommune (21 Prozent) geht davon aus, dass sich der Platzbedarf in den kommenden Jahren noch vergrößern wird. Nur etwa jede siebte (14 Prozent) plant mit einem geringeren Bedarf an Arbeitsraum.

Mehr Arbeit für Verwaltungen

„Bei den Kommunen fallen immer mehr Aufgaben an“, erklärte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Das habe in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Personalaufwuchs geführt. Auch für die kommenden Jahre rechnen die Kommunen damit, dass sie mehr Personal einstellen müssen.

Der Zustand der Rathäuser, Landratsämter und anderer Verwaltungsgebäude könnte dabei zum Problem werden. Laut der Umfrage stimmten 67 Prozent der Kommunen der These zu, dass sich dieser auf die Möglichkeiten auswirke, Mitarbeiter*innen zu gewinnen. Und drei Viertel der Befragten waren der Meinung, dass der Gebäudezustand Einfluss auf die Produktivität und Arbeitsmotivation habe. „In Zeiten des Fachkräftemangels spielen auch diese Faktoren eine relevante Rolle, wenn es darum geht, qualifizierte Arbeitskräfte für den öffentlichen Dienst in den Städten, Gemeinden und Landkreisen zu gewinnen“, kommentierte Köhler-Geib.

Kommunen investieren eher in Schulen als in Rathäuser

Doch allzu oft sind die Verwaltungsgebäude kein Argument, mit dem Kommunen bei potenziellen Bewerber*innen punkten können. Laut KfW-Kommunalpanel schätzen die Kommunen den Investitionsstau in diesem Bereich auf 18,8 Milliarden Euro. 72 Prozent sehen einen gravierenden oder nennenswerten Nachholbedarf bei den energetischen Maßnahmen in Verwaltungsgebäuden. Und das, obwohl sich gerade bei diesen Immobilien mit einer Sanierung viel Energie einsparen ließe.

Ein möglicher Grund: Wenn das Geld knapp ist, sparen viele Kommunalpolitiker*innen zuerst bei ihren eigenen Immobilien. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse der KfW-Umfrage hin. Dort gaben 68 Prozent der Kommunen an, dass der Zustand der Verwaltungsgebäude keine oder eine nur geringe politische Priorität habe. Der Fokus der Investitionstätigkeit liegt demnach eher auf Kitas, Schulen und Straßen.

Bei den Umfrageergebnissen handelt es sich um eine Sonderauswertung des Kommunalpanels, welches KfW Research und das Deutsche Institut für Urbanistik jährlich herausgeben.

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DEMO Redaktion

Die Redaktion der DEMO - Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik  

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