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Kommunalwahlen in Hessen: SPD-Kandidat Bieri liegt in Hanau vorn

15. März 2026 21:01:58

In Hessen wurden am Sonntag die kommunalen Vertretungen neu gewählt. In Hanau wird auch ein neuer Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin gesucht. Laut vorläufigem Ergebnis kommt es hier zur Stichwahl.

Rathausplatz in Hanau

Das Neustädter Rathaus in Hanau: Die Stadt ist seit Jahresbeginn 2026 kreisfrei und bekommt nun auch einen neuen Oberbürgermeister.

In Hessen konnten die Bürger*innen am Sonntag (15.3.) wichtige Weichen für die Zukunft ihrer Gemeinden, Städte und Landkreise stellen. Alle fünf Jahre werden die hessischen Kommunalparlamente neu gewählt. Also die Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen, Landkreistage und Ortsbeiräte.

In Hanau stand zudem eine OB-Wahl an. Die Stadt ist seit Jahresbeginn kreisfrei. Der langjährige Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) geht vorzeitig in den Ruhestand, sodass die Hanauer*innen am Sonntag aufgerufen waren, über seine Nachfolge zu entscheiden.

Hanau: Stichwahl zwischen Bieri und Hemsley

Laut vorläufigem Ergebnis hat der SPD-Kandidat Maximilian Bieri eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang nur knapp verpasst. Er kam auf 48,1 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl am 29. März tritt der Sozialdemokrat nun gegen Isabelle Hemsley von der CDU an. Sie erhielt 35,7 Prozent der Stimmen.

„Das Ergebnis ist bedeutend besser, als ich es mir selber vorgestellt hatte“, sagte Bieri am Wahlabend gegenüber der DEMO. Es fühle sich gut an und gebe viel Rückenwind. Nun wolle er weiter für sich werben und bei seiner bisherigen Strategie bleiben: „rauszugehen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre jeweiligen Probleme uns anzuhören, mich vorzustellen und auf die Stichwahl aufmerksam zu machen.“ Bieris Slogan lautet „Miteinander für Hanau“. Am Wahlabend dankte er den anderen Kandidat*innen dafür, dass der Wahlwettbewerb nicht zu Polarisierung oder Spaltung geführt, sondern die Menschen in Hanau in den Blick genommen habe.

Wahlergebnisse in Hessen stehen noch aus

Für die Kommunalparlamente wird erst im Verlauf der Woche mit kompletten Ergebnissen gerechnet. Grund ist das komplizierte Wahlrecht: In Hessen können die Wähler*innen kumulieren und panaschieren, also bis zu drei Stimmen an eine*n Bewerber*in vergeben oder Stimmen auf Kandidierende unterschiedlicher Listen verteilen.

Dennoch wurden am Wahlabend bereits erste Trendergebnisse veröffentlicht. Hierfür werden zunächst nur die Stimmzettel berücksichtigt, auf denen nicht kumuliert oder panaschiert wurde.

CDU liegt bei Kommunalwahlen vor SPD

Demnach hat die CDU landesweit die meisten Stimmen erhalten. Auf die Partei entfallen 29,7 Prozent. Dieses Trendergebnis berücksichtigt die Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte und wurde vom Hessischen Statistischen Landesamt veröffentlicht. Demnach konnte sich die CDU gegenüber den vorigen Kommunalwahlen im Jahr 2021 um 1,2 Prozentpunkte verbessern.

Die SPD bleibt zweitstärkste Partei und kommt auf 20,2 Prozent. Das bedeutet einen Verlust von 3,8 Prozentpunkten gegenüber dem Ergebnis von vor fünf Jahren.

Die AfD hat deutlich hinzugewonnen und belegt mit 15,9 Prozent den dritten Platz. Das entspricht 9,1 Prozentpunkten mehr als 2021. Dagegen haben die Grünen 4,0 Prozentpunkte eingebüßt. Sie kommen laut Trendergebnis noch auf 14,4 Prozent. Die Linke erhielt 5,8 Prozent (+1,8 Prozentpunkte), die FDP 3,7 Prozent (-3 Prozentpunkte).

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,4 Prozent. Das entspricht einem Plus von 4,0 Prozentpunkten gegenüber 2021, als während der Corona-Pandemie gewählt wurde.

Erste Zahlen aus Frankfurt, Wiesbaden und Kassel

In Frankfurt am Main wurde mit Spannung erwartet, ob Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) künftig auf mehr Rückendeckung in der Stadtverordnetenversammlung zählen kann. Seine Partei stellt dort bisher nur die drittstärkste Fraktion nach den Grünen und der CDU. Laut dem Trendergebnis stellt künftig die CDU die stärkste Fraktion im Frankfurter Römer: Sie liegt sie bei 26,5 Prozent. Dahinter folgen die Grünen (21,0 Prozent), die SPD (16,7 Prozent), AfD (9,1 Prozent) und Linke (8,9 Prozent).

Das Trendergebnis aus Wiesbaden sieht die CDU mit 26,3 Prozent vorn. Die SPD belegt mit 22,2 Prozent Platz zwei. Die Grünen kommen auf 15,3 Prozent, die AfD auf 12,7 Prozent und die Linke auf 7,8 Prozent. Die FDP steht bei 5,0 Prozent.

In Kassel liegen die Grünen knapp vor der CDU. Auf die beiden Parteien entfielen auf 22,5 beziehungsweise 21,7 Prozent der Srtimmen. Knapp dahinter liegt die SPD mit 19,8 Prozent. Die Linke kommt auf rund 14,5 und die AfD auf etwa 12,1 Prozent.

SPD in Offenbach und Hanau auf Platz 1

In Darmstadt bleiben die Grünen stärkste Kraft, das Trendergebnis sieht sie bei 22,7 Prozent. CDU (16,0 Prozent) und SPD (15,8 Prozent) liegen fast gleichauf. Dahinter reihen sich Die Linke (9,9 Prozent), AfD (9,8 Prozent) und Volt (9,5 Prozent) ein. Für die Wählervereinigung UFFBASSE stimmten 6,8 Prozent der Darmstädter*innen.

Einen beeindruckenden Erfolg konnte die SPD in Offenbach am Main erzielen. Hier liegt sie mit 33,3 Prozent der Stimmen klar auf Platz eins. Rang zwei sicherte sich die CDU mit 19,8 Prozent. Auf die Grünen entfielen 13,6 Prozent, auf die Linke 14,5 Prozent und auf die FDP 5,4 Prozent. Die AfD kommt in Offenbach nur auf 3,5 Prozent.

Auch in Hanau landete die SPD bei der Stadtverordnetenwahl auf Platz 1. Für die Sozialdemokrat*innen entschieden sich laut Trendergebnis 31,4 Prozent der Wähler*innen. Die CDU erhielt 29,6 Prozent der Stimmen. Die Grünen liegen mit 10,7 Prozent knapp vor der AfD mit 10,4 Prozent. Für Die Linke entschieden sich in Hanau 5,4 Prozent der Wählenden. 

Dieser Artikel wurde am 16. März 2026 aktualisiert.

Autor*in
Porträtfoto Mann mit Brille und dunkelblonden Haaren
Carl-Friedrich Höck

ist Leitender Redakteur der DEMO. Er hat „Public History” studiert.

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