Oberbürgermeisterwahl in Schwerin: AfD verpasst die Stichwahl
In mehreren Städten wurden am Sonntag die Rathausspitzen neu gewählt. Dabei konnte die SPD Wahlerfolge feiern. In Schwerin kommt hat es die Sozialdemokratin Mandy Pfeifer in die Stichwahl geschafft, wo sie gegen Sebastian Ehlers von der CDU antritt.
Helmlechner, CC0, via Wikimedia Commons
Bei den Wahlen zum/zur Oberbürgermeister*in Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg Vorpommern, gab es ein bedeutendes politisches Signal. Stadtansicht von Schwerin mit dem Schweriner Schloss.
Eines steht bereits fest in Schwerin: Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern hat sich am Sonntag (12.04.) gegen die AfD entschieden. Bei der Wahl für das Amt des Oberbürgermeisters beziehungsweise der Oberbürgermeisterin verpasste AfD-Kandidatin Petra Federau knapp die Stichwahl. Anders als 2023, damals hatte es der AfD-Politiker Leif-Erik Holm in die zweite Runde geschafft.
Die meisten Stimmen hat nun Sebastian Ehlers von der CDU auf sich vereint. Für ihn votierten 34,2 Prozent der Wähler*innen. Die SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer errang mit Unterstützung der Linken 27,9 Prozent. Damit lag sie knapp vor Federau, für die 26,3 Prozent der Wähler*innen gestimmt hatten.
Weil niemand der Kandidierenden im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht hat, wird am 26.04.2026 eine Stichwahl stattfinden. Dann werden Pfeifer und Sebastian Ehlers (CDU) gegeneinander antreten. „Heute ist ein guter Tag für unsere Stadt“, freute sich Pfeifer. Das sei ein richtig gutes Signal, das die Stadt brauche. Pfeifer bedankte sich auf Facebook bei allen für die Unterstützung und das Vertrauen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent.
Schwerin: Stichwahl entscheidet Ende April
Die SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig gratulierte Mandy Pfeifer. Für die anstehende Stichwahl rief sie alle Bürger*innen Schwerins dazu auf, Pfeifer zu unterstützen: „Sie ist eindeutig die kompetenteste, erfahrenste und ehrlichste Bewerberin für diese wichtige Aufgabe für Schwerin. Mein besonderer Dank gilt allen Wählerinnen und Wählern für ihre Teilnahme sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die diese intensiven Wahlkämpfe möglich gemacht haben“, teilte sie nach der Wahl mit.
Die vorzeitige Neuwahl war notwendig geworden, weil der Amtsinhaber Rico Badenschier (SPD) im vergangenen September seinen Rücktritt vom Amt zum Jahreswechsel erklärt hatte. Überraschend verkündete er, er wolle in seinen Beruf als Neuroradiologe zurückkehren. Badenschier leitete seit 2016 die Geschicke der Stadt. Er war 2023 für eine zweite, eigentlich siebenjährige Amtszeit gewählt worden.
Politische Ziele: Gerechtigkeit, Dialog und Zusammenhalt
Mandy Pfeifer wurde 1977 in Güstrow geboren und wuchs in Schwerin auf. Die SPD-Politikerin sitzt seit 2021 als Abgeordnete im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung als Bürokauffrau bei der WEMAG und studierte anschließend Management sozialer Dienstleistungen in Wismar. Seit 2008 arbeitet sie im Sozialministerium des Landes, zuletzt als Sachbearbeiterin im Referat für die Belange pflegebedürftiger Menschen.
Politisch aktiv wurde sie als Mutter zweier Kinder über ihr Engagement im Elternrat einer Kita und in der Schulkonferenz einer Grundschule. Im Jahr 2015 trat sie der SPD bei, 2019 wurde sie in die Schweriner Stadtvertretung gewählt, seit September 2020 steht sie der SPD-Fraktion vor. Ihre politischen Ziele als OB-Kandidatin sind laut ihrer Webseite Bildung und gerechte Chancen, mehr Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft sowie bezahlbares Wohnen und die Stärkung kommunaler Betriebe für eine verlässliche Daseinsvorsorge. Dabei sind ihr der Dialog und das Gespräch mit den Menschen wichtig.
Weitere Wahlerfolge der SPD im Überblick
In der Hansestadt Wismar konnte die Sozialdemokratie am vergangenen Sonntag ebenfalls einen Erfolg verbuchen: Frank Junge (SPD) kommt mit 42,1 Prozent in die Stichwahl. Er wird gegen Manuela Madrow von der AfD antreten, die auf 20,5 Prozent kam. Christoph Meister von der CDU landete mit 14,7 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Wismars langjähriger Bürgermeister Thomas Beyer war nach 16 Jahren nicht mehr zur Wahl angetreten. Beyer war darüber hinaus viele Jahre in der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) aktiv.
Junge, Jahrgang 1967, kommt aus Halle/Saale und ist ein erfahrener Politiker, der seit 2013 im Deutschen Bundestag sitzt, und seit 2024 auch im Kreistag Mecklenburg-Vorpommerns. Mit seinem „Plan für Wismar“ hat er die Themen Wirtschaft, gute Schulen und Sport in den Vordergrund gerückt.
In Anklam steht fest, dass Bürgermeister Michael Galander für die kommenden acht Jahre im Amt bleibt. Hier hat es die AfD nicht geschafft, den Bürgermeister zu stellen. Deren Kandidat Jörg Valentin kam nur auf rund 28 Prozent, während Galander mit der Wählergemeinschaft „Initiativen für Anklam“ eine deutliche Mehrheit von rund 72 Prozent errang. Im NDR sagte Galander, so eindeutig, wie es am Ende gewesen sei, habe er es sich nicht erträumen lassen.
Bei der Bürgermeisterwahl in Zerbst in Sachsen-Anhalt wurde Amtsinhaber Andreas Dittmann (SPD) wiedergewählt. Im rheinland-pfälzischen Zweibrücken siegte der bisherige Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) mit 55,4 Prozent vor Christina Rauch (CDU).
Ralf Bauer
ist Redakteurin beim vorwärts-Verlag und schreibt für die DEMO – Das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik.